Der Teufel Huffett? Ja oder Nein? Unsere Hufroutine

Ein Produkt, welches massenhaft verpöhnt und gehyped aufeinmal wird: das Huffett oder Öl.

 

Ob mit Glitzerpartikeln oder extra für den Sommer oder Winter, in lustig bunten Farben oder ganz klassisch als Öl oder Fett - es gibt sie: Die  Befürworter. #TeamEinpinseln


Auf der anderen Seite das genaue Gegenteil: die Gegner und Kritiker. #TeaminderNaturhabenPferdeauchkeinÖl

 

Ich habe mich mit beiden Standpunkten befasst und möchte euch kurz unsere Handhabung und Meinung näher bringen. Das bedeutet nicht, dass es das einzig Wahre ist, ich eure Zustimmung erwarte oder darauf Beharre, dass es so richtig ist. Ganz im Gegenteil: Ich bin keine Expertin, ich lerne gerne dazu und lasse mich von anderen Meinungen inspierien - also immer her damit!

 

Der allezeit beliebteste Satz ist in gefühlt jeder Diskussion Rund ums Pferd: "In der Natur brauchen oder haben Pferde auch kein ... Fett auf den Hufen".

Bingo! Liebe Kritiker und Gegner: ich weiß es wirklich zu schätzen, dass euch die Evolution so nah am Herzen liegt und ihr mit diesem Argument versucht allem zu widersprechen. Aber: Unsere Pferde leben nicht mehr "in der Wildnis". Von daher nervt mich dieses Top-Argument so immens. Denn es hilf nicht weiter und schlauer werde ich daraus auch keineswegs. Ich bezweifle, dass unsere Vorfahren, beispielsweise ein Homo sapiens, der ja auch in einer Form von "Wildnis" gelebt hat, jemals einen Labels, ein Körperpeeling, eine Bodybutter und so weiter benötigt hat. 

Deswegen möchte ich die Frage aus einem anderen Blickwinkel angehen. Für mich steht fest, dass das absolut Wichtigste für die Hufe unserer Vierbeiner Wasser ist. Hiermit meine ich keine Paddocks die so feucht sind, dass die Pferde bis zum Knie im Sumpf versinken oder dreckige Pfützen aus Schlamm. Nein, die Rede ist von Tau, der auf dem Gras liegt, von kleinen Gewässern, Bächen oder Flüssen, in denen die Pferde auf der Koppel ihre Füße baden. Und wenn eben nicht vorhanden: von regelmäßigen Wasserbädern für die Hufe.

Ich vergleiche das Horn gerne mit meinen Fingernägeln. Wenn sie trocken und spröde sind, dann reißen sie ein, bröckeln oder die Schichten lösen sich. Wenn ich aber aus der Badewanne komme, dann sind meine Fingernägel weich und elastisch.Wenn ich dann logisch weiter denke und diese Tatsache auf das Pferdebein übertrage, welches mit seinen vier Hufen das gesamte Körpergewicht trägt, dann stelle ich mir vor, dass durch die gewonnene Elastizität des Horn die Beine abfedern können, das was die Bänder und Sehnen unserer Pferdchen benötigen.

Soweit so gut. Aber was hat das Wasser jetzt mit Huffett zutun? Worum ging es in dem Blogbeitrag nochmal äääääh?

So, jetzt kommen die Einpinsel-Befürworter ins Spiel, die argumentieren möchten, dass für genau diese Elastizität einfach Öl oder Fett verwendet werden muss, welches den Huf reichhaltig pflegt und vor Trockenheit schützt. Quasi der Effekt der meiner logischen Schlussfolgerung durch Wasser entsteht.

Nö, meiner Auffassung nach: einfach nur nein. Das Fett verschließt die Poren des Horns und verhindert, dass Feuchtigkeit in den Huf eindringen oder ausdringen kann. Dadurch wird das Horn nicht elastischer. Ganz im Gegenteil, es kann nichts raus und vorallem nichts rein. Das Pferd welches nun mit trockenen eingefetteten Hufen seine Runden über den Sandplatz dreht, schmörgelt sich den Huf wie mit Schmörgelpapier ab.

 

Wenn ich euch jetzt sage, dass ich Wodkas Hufe dennoch einfette, dann klingt das ziemlich paradox, oder?

Macht irgendwie keinen Sinn?

 

Aber ich kann euch auch verraten weshalb Wodkas Hufe gelegentlich eingeschmiert werden:

Wenn ich ihn vom Paddock hole, sind seine Beine zu dieser Jahreszeit richtig schön matschig. Und ja, - liebe Kritiker, auch in der Natur werden die Beine eines Pferdes mit Sicherheit dreckig. Allerdings stehen diese nicht dauerhaft auf dem gleichen abgestückten Stück Erde, welches sich mit Bakterien vollzieht. Sondern sie ziehen weiter.  Daher: Kommt der Matsch ab. Jeden Abend. Denn die Kot und Urinreste der 20 anderen Pferde, das Abwasser des Hofes vermengt mit Benzin von der Straße - das muss nicht an den Beinen meines Pferdes kleben. Ich verpasse den Beinen und Hufen somit ein tägliches Wasserbad in dem oben gegannten wichtigen frischen Wasser. Und ja, ab und zu erhält er auch danach einen neuen Anstrich. Ich schließe die "frische" Feuchtigkeit in den Huf ein.

Einfach so, weil ich es für richtig halte und ich mir für mich überlegt habe, dass das Sinn ergibt.

 

Ich würde sagen, dass ich die Hufe maximal 1-2x die Woche einfette. Wenn wir Bilder machen, dann tatsächlich aus ästetischen Gründen, das gebe ich zu.

 

Wie auch immer, das ist meine Meinung und unsere Handhabung. Wenn jemand Team Befürworter oder Team Kritiker ist, dann wird es seine Gründe haben. Dann hat derjenige mit Sicherheit eine berechtigte Meinung, die ich ihm gerne lassen möchte. Denn egal ob mit oder ohne Pinselstrich: ein Pferd wird daran nicht sterben oder leiden. Jeder macht das, was er für Richtig hält und wie alle wollen unterm Strich das Beste für unser Hüh. Respektiert die Meinung des anderen. 

 

Wie sieht es bei euch aus? Team #mitrosaGlitzereinpinseln oder Team #inderNaturgibtesauchkeinFett? Wieso, weshalb, Warum? Eure Meinung würde mich sehr interessiereren!

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0